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Leaky-Gut Syndrom - Wenn Ihr Darm undicht ist

Leaky-Gut Syndrom - Wenn Ihr Darm undicht ist

Leaky-Gut Syndrom - Wenn Ihr Darm undicht ist

Haben Sie schon einmal vom Leaky-Gut Syndrom gehört? Genauso ungesund wie der Name “Durchlässiger Darm” bereits klingt, ist die Erkrankung auch. 

Kurz erklärt bilden sich beim Leaky-Gut Syndrom kleine Löcher in der Darmwand. Dadurch wird die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöht und es gelangen nicht nur Nährstoffe, sondern auch schädliche Stoffe wie Bakterien und Giftstoffe in den Blutkreislauf. 

Lesen Sie diesen Ratgeber, um mehr über die Krankheit und die Beschwerden zu erfahren und welche natürlichen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. 

 

Inhaltsverzeichnis:

Was versteht man unter dem Leaky Gut Syndrom? 

Welche Symptome können beim Leaky Gut Syndrom auftreten? 

Was sind die Ursachen eines undichten Darms? 

Welche Anzeichen deuten auf das Leaky-Gut Syndrom hin? 

Welche natürliche Behandlung hilft beim Leaky-Gut-Syndrom? 

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Was versteht man unter dem Leaky Gut Syndrom? 

Leaky-Gut Syndrom kommt aus dem englischen und bezeichnet eine ungesunde Kondition des Darms, bei dem die Darmwände durchlässig sind. Im Deutschen wird die Erkrankung häufig als undichter Darm bezeichnet. 

Wenn Nahrung in einen gesunden Darm gelangt, dann werden winzige, gesunde Nährstoffe, verdaute Fette, Proteine und Stärke über die Darmwand in den Blutkreislauf freigelassen. Diese Substanzen können die Darmwand auf unterschiedliche Weise passieren. 

Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium und freie Fettsäuren diffundieren durch die Darmzellen. Aminosäuren, Fettsäuren, Glukose, Mineralien und Vitamine durchdringen die Zellen durch einen Mechanismus der “aktiver Transport” genannt wird. 

Die dritte und unerwünschte Möglichkeit, bei der Toxine, Giftstoffe und Bakterien in die Blutzirkulation gelangen können, setzt eine gereizte Darmschleimhaut voraus. Die teils giftigen Substanzen können dann durch die Zellen-Zwischenräume die den Darm auskleiden und welche normalerweise verschlossen sind (Tight-Junctions), ungehindert in den Blutkreislauf gelangen. Diese Fremdstoffe werden vom Immunsystem nicht erkannt und in Folge bekämpft, wodurch eine Antikörperreaktion ausgelöst wird. 

Welche Symptome können beim Leaky Gut Syndrom auftreten? 

Da der Darm das Zentrum unserer Gesundheit ist, können unterschiedliche Symptome, die den gesamten Körper betreffen, auftreten: 

  • Bauchschmerzen
  • Asthma
  • chronische Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Blähungen
  • Verdauungsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Nervosität
  • häufige Erkältungen
  • wiederkehrende Vaginal-Infektionen
  • Hautausschläge und allergische Reaktionen
  • Durchfall, wiederkehrende Blasenentzündungen
  • Verstopfung, Blähungen
  • Reizbarkeit und Müdigkeit

Die Diagnose, dass der Betroffene am Leaky-Gut-Syndrom erkrankt ist, erfolgt durch einen Mannitol- und Latulosetest. 

Beides sind wasserlösliche Moleküle, welche von Körper nicht verwertet werden können. Menschen mit einer gesunden Darmauskleidung, können Mannitol leicht resorbieren, Lactulose hingegen wird nur sehr geringfügig resorbiert. Bei dem Test, ob das Leaky-Gut Syndrom vorliegt, trinkt der Betroffene eine Lösung mit den beiden Molekülen. Danach wird sechs Stunden lang der ausgeschiedene Urin gesammelt. 

Ein gesunder Test zeigt hohe Mannitol- und niedrige Lactulosewerte. Wenn hohe Konzentrationen beider Moleküle gefunden werden, deutet dies auf einen undichten Darm hin. Werden niedrige Konzentrationen beider Moleküle gefunden, deutet dies auf eine allgemeine Malabsorption (schlechte Absorption) aller Nährstoffe hin.

Was sind die Ursachen eines undichten Darms? 

Leider besteht keine ausreichende Klarheit darüber, wie ein undichter Darm genau ausgelöst wird. Studien haben jedoch gezeigt, dass chronische Erkrankungen wie Zöliakie und Typ-1-Diabetes das Darmmikrobiom stark stören können. Zusätzlich steht auch die Einnahme einiger entzündungshemmender Medikamente, über einen langen Zeitraum eingenommen, in Verruf negative Auswirkungen auf die Darmgesundheit zu haben. 

Ist der Darm nicht gesund, so können auf zellulärer Ebene Risse oder Löcher in der Darmschleimhaut entstehen, wodurch Toxine und Fremdkörper einfach in den Blutkreislauf gelangen können. 

  • Laut einer Studie der University of California San Diego School of Medicine aus dem Jahr 2020 wird ein undichter Darm am häufigsten bei Menschen festgestellt, die älter sind, chronische Krankheiten haben oder einen stressigen Lebensstil führen. In derselben Studie wurden auch Hinweise auf die mögliche Ursache für einen undichten Darm gefunden - ein Fehler in dem molekularen Mechanismus, welcher dazu beiträgt, dass die Darmschleimhaut ordnungsgemäß funktioniert. 

Ist dieser Mechanismus unter Stress, so kann es zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kommen. Diese sind dann weitere Auslöser für Darmschäden und andere gesundheitliche Probleme. Durch die Immunabwehrreaktion, kann es zusätzlich zu körpereigenen Entzündungen kommen, die sich in einer Vielzahl von den bereits oben genannten körperlichen Symptomen äußern können. 

Zusätzlich werden Darminfektionen, bakterielle Überbesiedlung des Dünndarms, übermäßiger Alkoholkonsum und schlechte Ernährung als mögliche Auslöser des Leaky-Gut-Syndroms angesehen. 

Welche Anzeichen können auf das Leaky-Gut Syndrom hindeuten? 

1. Verdauungsprobleme

Eine Studie die 2015 in der Zeitschrift Intestinal Research veröffentlicht wurde, fand einen direkten Zusammenhang zwischen der Darmbarriere und dem Fortschreiten der Reizdarmerkrankung. Das heißt, dass Blähungen, Durchfall, Völlegefühl oder andere Verdauungsprobleme ein Zeichen für einen undichten Darm sein können. 

2. Hormon-Ungleichgewicht

Die Regulierung des Östrogenspiegels wird von dem Darmmikrobiom beeinflusst. Ist dieses in Folge des Leaky-Gut-Syndroms nicht gesund, so kann der natürliche Hormonhaushalt nicht richtig funktionieren und Erkrankungen wie Endometriose und PCOS können die Folge sein. 

3. Autoimmunkrankheiten

Es kann vorkommen das die natürliche Immunabwehr des Körpers beeinträchtigt ist. Dadurch treten vor allem Autoimmunkrankheiten auf, bei der der Körper sich selbst bekämpft. Eine Kombination aus genetischen sowie biologischen Faktoren können diese Störung der Immunabwehr hervorrufen. Laut mehreren Studien kann auch die Dysfunktion der Darmschleimhaut ein Auslöser für diese Funktionsstörung sein und somit Autoimmunkrankheiten hervorrufen. 

4. Chronische Müdigkeit oder Fibromyalgie

Leiden Sie an ständiger Müdigkeit? Haben Sie nicht identifizierbare Muskelschmerzen? 

Dann könnten diese Symptome ebenfalls auf einen durchlässigen Darm hinweisen. Sowohl das chronische Müdigkeitssyndrom als auch die Fibromyalgie wurden mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmmikroben in Verbindung gebracht, wahrscheinlich als Folge von beschädigten Darmbarrieren. 

5. Gelenkschmerzen 

Eine 2014 in der Fachzeitschrift FEBS Letters veröffentlichte Studie fand heraus, dass rheumatoide Arthritis (wenn Ihre Gelenke hartnäckig geschwollen und schmerzhaft sind) mit einer Dysbiose im Darmmikrobiom verbunden ist. 

6. Probleme mit der Haut

Weniger überraschend hängt Ihr Darm auch, mit dem Aussehen Ihrer Haut zusammen. Akne, Rosazea und Ekzeme können alle durch Entzündungen im Verdauungstrakt verschlimmert werden und auf ein mögliches Problem wie Leaky-Gut hinweisen. was-tun-leaky-gut

Welche natürliche Behandlung hilft beim Leaky-Gut-Syndrom? 

Der Schlüssel zur Behandlung eines undichten Darms ist die Änderung Ihrer Ernährung und die Vermeidung von Nahrungsmitteln, die Ihr Körper als schädlich erachtet. 

Um Ihre Darmschleimhaut wieder auf Vordermann zu bringen und sie generell zu unterstützen, können folgende Punkte eine wichtige Rolle spielen: 

  • Vermeiden Sie Genussmittel wie Zucker, Koffein, Nikotin, Süßstoffe, Alkohol. 
  • Versuchen Sie auf Milchprodukte zu verzichten.
  • Ernähren Sie sich gesund! Vor allem eine basische oder vitalstoffreiche, ballaststoffreiche Ernährung kann Ihren Organismus stärken. 
  • Trinken Sie viel Wasser! 
  • Versuchen Sie Stress zu reduzieren. 

Es gibt einige natürliche Hilfsmittel, die eine gesunde Darmschleimhaut unterstützen und wieder aufbauen können. Dazu gehören: 

Fazit: 

Das Leaky-Gut-Syndrom beschreibt eine erhöhte Durchlässigkeit von unterschiedlichen Stoffen, bei der nicht nur erwünschte Stoffe in den Blutkreislauf, sondern auch Toxine und andere unerwünschte Stoffe hineingelangen. Durch die ausgelöste Abwehrreaktion des Immunsystems, kann es zu Beschwerden kommen, die auf unterschiedliche Weise auftreten können. Um die Gesundheit des Darms zu fördern, und den Aufbau einer gesunden Darmflora zu unterstützen, können Prä- und Probiotika, Bitterstoffe oder Antioxidantien eingenommen werden. 

Zusätzlich sollte vermehrt auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. 

 

Quellen (in englischer Sprache): 

Lee S. H. (2015). Intestinal permeability regulation by tight junction: implication on inflammatory bowel diseases. Intestinal research, 13(1), 11–18. https://doi.org/10.5217/ir.2015.13.1.11

Baker, J. M., Al-Nakkash, L., & Herbst-Kralovetz, M. M. (2017). Estrogen-gut microbiome axis: Physiological and clinical implications. Maturitas, 103, 45–53. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2017.06.025

Fasano A. (2012). Leaky gut and autoimmune diseases. Clinical reviews in allergy & immunology, 42(1), 71–78. https://doi.org/10.1007/s12016-011-8291-x

Mu, Q., Kirby, J., Reilly, C. M., & Luo, X. M. (2017). Leaky Gut As a Danger Signal for Autoimmune Diseases. Frontiers in immunology, 8, 598. https://doi.org/10.3389/fimmu.2017.00598

Bowe, W. P., & Logan, A. C. (2011). Acne vulgaris, probiotics and the gut-brain-skin axis - back to the future?. Gut pathogens, 3(1), 1. https://doi.org/10.1186/1757-4749-3-1

Perrier, C., & Corthésy, B. (2011). Gut permeability and food allergies. Clinical and experimental allergy : journal of the British Society for Allergy and Clinical Immunology, 41(1), 20–28. https://doi.org/10.1111/j.1365-2222.2010.03639.x

Taneja V. (2014). Arthritis susceptibility and the gut microbiome. FEBS letters, 588(22), 4244–4249. https://doi.org/10.1016/j.febslet.2014.05.034

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Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019;68(8):1516-1526. doi:10.1136/gutjnl-2019-318427

Bishehsari F, Magno E, Swanson G, et al. Alcohol and Gut-Derived Inflammation. Alcohol Res. 2017;38(2):163-171.

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