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Was tun gegen Morgenübelkeit? 6 natürliche Möglichkeiten um sie zu bekämpfen

Was tun gegen Morgenübelkeit? 6 natürliche Möglichkeiten um sie zu bekämpfen

Was tun gegen Morgenübelkeit? 6 natürliche Möglichkeiten um sie zu bekämpfen

Übelkeit in der Schwangerschaft – besser bekannt als Morgenübelkeit – ist ein häufiges Symptom, das werdende Mütter plagt. Dies kommt vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft vor. Schätzungen zufolge leiden 50 bis 80 Prozent aller Schwangeren zu irgendeinem Zeitpunkt unter Morgenübelkeit. Vielen dieser Frauen ist die meiste Zeit des Tages übel, nicht nur am Morgen.

In medizinischen Fachkreisen wird von Übelkeit und Erbrechen gesprochen. Doch es gibt etwas, das die meisten nicht über Morgenübelkeit wissen. Es ist zwar lästig, dass einem jeden Morgen übel ist, aber nach Aussagen des Gesundheitsinstituts in Oxford weisen Belege darauf hin, dass Morgenübelkeit den Verlauf der Schwangerschaft begünstigen und der Gesundheit der Mutter und des Babys zugutekommen. Zudem soll Morgenübelkeit mit weniger Problemen bei der Entbindung einhergehen. Junge Mütter, die unter Morgenübelkeit leiden, weisen ein geringeres Risiko für eine Fehlgeburt auf. Auch stehen die Chancen gut, dass das Baby nicht vorzeitig oder mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht das Licht der Welt erblickt.

Ungeachtet dessen, ist Morgenübelkeit natürlich alles andere als angenehm, vor allem wenn sie dazu führt, dass die werdende Mutter nicht mehr genug Nahrung aufnehmen kann oder die Übelkeit mehrere Monate andauert. Wissenschaftler können immer noch nicht genau Auskunft darüber geben, was Morgenübelkeit tatsächlich verursacht. Allerdings spielen ein schwankender Blutzuckerspiegel sowie ein hoher BMI vor der Schwangerschaft eine Rolle.

Was können Sie ganz konkret tun, um die Häufigkeit und Schwere der Morgenübelkeit zu lindern?

Eine Möglichkeit zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und anderen Verdauungsbeschwerden in der Schwangerschaft besteht darin, vor Eintreten der Schwangerschaft ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Außerdem sollten Sie sich gesund ernähren sowie auf natürliche Mittel wie ätherische Öle und Bewegung setzen.

Inhalt:

Was kann ich gegen Morgenübelkeit tun?  Die besten natürlichen Mittel gegen Morgenübelkeit

1. Meiden Sie Lebensmittel, die die Übelkeit verstärken

Es ist ganz normal, dass Sie weniger Appetit und Essensgelüste verspüren, wenn Sie unter Morgenübelkeit leiden. Experten vermuten, dass ein körpereigener Schutzmechanismus einsetzt, der den Embryo vor potenziell schädlichen Chemikalien in der Nahrung schützt, insbesondere aus Lebensmitteln, die leicht verderblich oder gar toxisch wirken, wenn sie nicht gekühlt werden (z.B. Fleisch). Es ist nicht nötig, dass Sie sich zwingen, bestimmte Lebensmittel zu essen, wenn Ihnen aufgrund Ihrer Übelkeit gar nicht danach ist. (Dies gilt auch, wenn es sich dabei um sogenannte Superfoods für Schwangere handelt.) Essen Sie stattdessen gesunde Lebensmittel, die Ihnen gut bekommen.

Natürlich ist jede Frau anders und erlebt ganz eigene Abneigungen oder Essensgelüste. Folgende Lebensmittel sollten Sie jedoch meiden, wenn Sie unter Morgenübelkeit leiden:

  • Alkohol und Koffein: Alkohol schädigt den Embryo/ Fötus und sollte aus vielerlei Gründen in der gesamten Schwangerschaft gemieden werden. Die meisten Frauen haben damit keinerlei Schwierigkeiten, da viele ohnehin eine starke Abneigung gegenüber alkoholischen und nichtalkoholischen (aber Koffein-haltigen) Getränken entwickeln.
  • Geschmacks- und geruchsintensives Gemüse: Sämtliche Gemüsesorten enthalten reichlich Nährstoffe und sind für eine gesunde Ernährung wichtig. Wenn Sie ihnen aber einige Wochen lang nicht bekommen, ist es völlig in Ordnung, auf bestimmte Gemüsesorten in dieser Zeit zu verzichten. Geschmacksintensive Gemüsesorten, die Übelkeit und Appetitlosigkeit hervorrufen können, sind beispielsweise bitteres Blattgemüse, Brokkoli, Pilze und Blumenkohl. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf mildere Sorten wie Kürbis, Tomaten oder Möhren.
  • Minderwertiges Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier: Viele Studien zeigen, dass schwangere Frauen, die unter Morgenübelkeit leiden, weniger Appetit auf tierische Lebensmittel haben. Eine interkulturelle Analyse von 20 verschiedenen Kulturen zur Morgenübelkeit ergab, dass sie in sieben gar nicht auftrat und in anderen nur in seltenen Fällen. In all diesen Kulturen werden tendenziell nur wenige tierische Lebensmittel konsumiert. Sie sehen tierische Produkte nicht als tägliches Grundnahrungsmittel an. Stattdessen konsumieren sie mehr pflanzliche Lebensmittel. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass minderwertige tierische Lebensmittel schwangeren Frauen und ihren ungeborenen Kindern gefährlich werden können, da sie mitunter Parasiten und Pathogene enthalten. (Dies ist vorrangig der Fall, wenn diese Produkte nicht frisch sind oder in warmen Gegenden bei Raumtemperatur gelagert werden. Das fördert das Wachstum von Bakterien.)
  • Fettige Lebensmittel: Lebensmittel mit einem hohen Fettanteil sind für unseren Körper schwerer zu verdauen, vor allem wenn es sich dabei um Transfette und gehärtete Fette handelt. Streichen Sie frittierte Speisen, fettiges Fleisch, zu viel Käse und Lebensmittel mit raffiniertem Öl (Distelöl, Maisöl, Sonnenblumenöl) von Ihrem Speiseplan und konsumieren Sie lieber gesunde Fette mit vielen Omega-3-Fettsäuren.
  • Salzige, industriell verarbeitete/ abgepackte Lebensmittel: Die meisten Fertigprodukte enthalten zu viel Salz, Zucker, raffinierte Fette, Konservierungsmittel und künstliche Zusatzstoffe, die weder für Sie noch für Ihr Baby gut sind. Frische, weitgehend unverarbeitete, gekochte Lebensmittel, die nicht zu stark gewürzt sind, bekommen den meisten Frauen in der Schwangerschaft. Senken Sie außerdem Ihre Salzzufuhr, indem Sie (stark) industriell verarbeitete Lebensmittel meiden, die Schwindel, Schwäche und andere Beschwerden hervorrufen können.

2. Essen Sie Lebensmittel, die die Symptome Ihrer Morgenübelkeit senken

Für schwangere Frauen besteht ein nicht unerhebliches Risiko für ernsthafte, mitunter tödliche Infektionen. Daher sollten Sie unbedingt Ihr Immunsystem stärken und Nährstoffmängel vermeiden. Ungeachtet dessen müssen Sie sich in der Schwangerschaft nicht zwingen, ein bestimmtes Lebensmittel zu essen, wenn Sie es gerade nicht ausstehen können. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass andere Lebensmittel ähnliche Nährstoffe enthalten und Sie diese besser vertragen.

Zu den Lebensmitteln, die Morgenübelkeit lindern, gehören:

  • Ingwer (frischer Ingwer, Ingwertee, Ingwerscheiben): Schon seit tausenden Jahren verwenden Menschen Ingwer, um Übelkeit natürlich zu lindern. Er wirkt entzündungshemmend und antispastisch, beugt Infektionen vor und beruhigt den Verdauungstrakt. Dafür ist der aktive Inhaltsstoff Gingerol verantwortlich. Fügen Sie beim Kochen Ihren Speisen geriebenen Ingwer zu, trinken Sie kalten oder warmen Ingwertee, kauen Sie auf Ingwerstückchen oder lutschen Sie zwischen den Mahlzeiten Ingwerbonbons.
  • Jegliches Gemüse, das Sie vertragen: Gemüse liefert wertvolle Antioxidantien und Ballaststoffe.
  • Frisches Obst: Obst, beispielsweise Beeren, Äpfel, Kiwi, Zitrusfrüchte und Melone, enthalten viele nützliche Antioxidantien wie Vitamin C, andere Vitamine, Ballaststoffe und Wasser.
  • Stärkehaltiges Gemüse: Stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln, Rüben und Kürbis enthalten reichlich Kohlenhydrate, wenig Proteine, Fett und Salz und sind leicht bekömmlich. Außerdem liefern Sie wichtige Nährstoffe wie Beta-Carotin und Ballaststoffe.
  • Suppen und Knochenbrühe: Diese enthalten viel Kollagen und Elektrolyte.
  • Ungesüßte Bio-Milchprodukte: Diese liefern Proteine und wichtige Nährstoffe wie Kalium und Magnesium.
  • Gesunde Fette: Nüsse, Saaten, Avocado, Olivenöl und Kokosöl enthalten essenzielle Fette und sind leicht verdaulich.

Infografik 1

Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft können auch auf folgende Weise gelindert werden:

  • Frühstücken Sie: Essen Sie eine Kleinigkeit am frühen Morgen. Selbst wenn Ihnen bereits übel ist, sollten Sie probieren etwas zu essen, beispielsweise eine Scheibe Toast.
  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten verteilt über den Tag, anstatt wenige große. Arbeiten Sie nicht länger als drei oder vier Stunden am Stück, ohne etwas zu essen.
  • Trinken Sie viel Wasser oder Kräutertee. Es ist ganz wichtig, dass Sie ausreichend trinken. Am besten eignen sich zuckerarme Getränke und weniger Säfte oder gesüßte Getränke. Auch ein Glas Selters mit einem Spritzer Saft sorgt für ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Oder Sie geben frische Minze, Zitronen- oder Grapefruitsaft, Rohhonig, Basilikum oder Ingwer in Ihren Saft oder Ihr Wasser, um den Geschmack aufzupeppen.
  • Nehmen Sie pränatale Vitaminpräparate am Abend oder zusammen mit einem kleinen Snack ein und nicht am Morgen.

3. Nehmen Sie Ergänzungspräparate, um Morgenübelkeit zu lindern

Bevor Sie pflanzliche Ergänzungspräparate einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, vor allem wenn Sie zusätzlich Medikamente einnehmen. Zwischen einigen Kräutern und Medikamenten bestehen Wechselwirkungen, daher sollten Sie stets auf Nummer sicher gehen. Die unten genannten Ergänzungspräparate und Kräuter werden oftmals Schwangeren zur Linderung ihrer Morgenübelkeit empfohlen oder verschrieben.

  • Ingwer (Tabletten, ätherisches Öl oder Extrakt): Ingwer bekämpft nicht nur Übelkeit und Erbrechen, sondern lindert auch Koliken, wirkt bei Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Krämpfen und anderen Magenproblemen.
  • Magnesium und Calcium: Diese Mineralien sind wichtig zur Bekämpfung von Muskelkrämpfen und anderen Symptomen der Übelkeit, beispielsweise Schwindel und Kopfschmerzen.
  • Vitamin D: Am besten decken Sie Ihren Vitamin-D-Bedarf, indem Sie jeden Tag 20 Minuten draußen in der Sonne verbringen. Ist dies nicht möglich, stehen entsprechende Ergänzungspräparate zur Verfügung.
  • Probiotika: Diese darmfreundlichen Präparate stärken das Verdauungs- und Immunsystem und senken das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese lindern Entzündungen, die zu Störungen des Hormonhaushalts und der Verdauung führen können.
  • Vitamin B6 und Vitamin B12: 50 mg Vitamin B6 täglich kann schwangerschaftsbedingte Übelkeit lindern. Vitamin B12 bekämpft Müdigkeit bekämpfen und unterstützt die Verdauung.

4. Versuchen Sie es mit Akupunktur

Akupunktur, Hypnose und Meditationen fördern die Entspannung. Dies ist wichtig zur Kontrolle der Schmerzen und der Verdauung. In einer Geburtsklinik in Australien führten Wissenschaftler eine randomisierte, kontrollierte Blindstudie durch, um herauszufinden, ob Akupunktur Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen bei Schwangeren lindern kann. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die meisten Probandinnen eine positive Wirkung während des vierwöchigen Untersuchungszeitraums im Vergleich zur Placebogruppe verspürten.

5. Verwenden Sie ätherische Öle:

Aromatherapien fördern bei vielen Frauen die Entspannung und beruhigen die Verdauung. Ätherische Öle können den Magen beruhigen, Krämpfe lindern sowie die Stimmung heben und den Appetit anregen. Geeignete Öle sind Ingwer, Kamille, Lavendel, Weihrauch, Pfefferminze und Zitrone. Verwenden Sie einen Zerstäuber oder geben Sie einige Tropfen ins Badewasser.

6. Treiben Sie moderaten Sport

Sport verliert nicht seine positive Wirkung, nur weil eine Frau schwanger ist. Im Gegenteil, Sport kann eine gesunde Schwangerschaft fördern. Im ersten Drittel der Schwangerschaft können die meisten Frauen wie gewohnt weiter trainieren. Manchmal ist es nötig, die Intensität des Workouts ein wenig herunterzuschrauben. Sport kann sich auf die Nerven auswirken, die Übelkeit begünstigen. Allgemein wirkt er sich aber positiv auf die Regulierung des Hormonhaushalts aus und ist appetitanregend.

Studien belegen außerdem, dass Sport natürliche Endorphine freisetzt, die Verdauungsbeschwerden lindern und sich positiv auf Ihren Gemütszustand auswirken. Sie fühlen sich glücklicher und wacher. Versuchen Sie mehrmals pro Woche 30 Minuten Sport zu treiben, zum Beispiel Walking, Schwangerschaftsyoga, Schwimmen oder Radfahren.

Morgenübelkeit

Ab wann leiden Schwangere unter Morgenübelkeit?

Gerade das erste Drittel (Woche 1 bis 12) ist berüchtigt für unangenehme Begleiterscheinungen der Schwangerschaft: Appetitlosigkeit und Erbrechen aufgrund von Morgenübelkeit. Viele Frauen entwickeln diese Symptome zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung, manchmal zusammen mit anderen Symptomen und Anzeichen wie Schmierblutungen und Brustspannen. Bei den meisten setzt Morgenübelkeit zwischen der vierten und neunten Schwangerschaftswoche ein.

Wie empfinden die meisten Frauen Morgenübelkeit?

Die meisten Frauen, die unter Morgenübelkeit leiden, würden für eine Umbenennung in „Übelkeit den ganzen Tag“ oder „Nachmittagsübelkeit“ plädieren, da sie buchstäblich zu jeder Tageszeit auftreten kann.

Morgenübelkeit geht oft mit diesen Symptomen einher:

  • Übelkeit (am Morgen nach dem Aufstehen, aber auch zu jeder anderen Tageszeit)
  • Erbrechen
  • verminderter Appetit, insbesondere auf Gemüse, Fleisch, Eier und alkohol- und koffeinhaltige Getränke
  • Magenkrämpfe
  • weitere Symptome: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwindel, Schweißausbrüche, Nervosität und Empfindlichkeit

Sie fragen sich jetzt sicherlich, wie lange die Morgenübelkeit anhält. Bei den meisten (aber nicht allen) Frauen schwindet sie nach 14-16 Wochen. Bei einem geringen Prozentsatz mindern sich die Symptome bzw. verbessert sich der Appetit zwischen der 20. und 22. Woche. Eine dritte – kleine  – Gruppe leidet die gesamte Schwangerschaft über unter Morgenübelkeit.

Offenbar betrifft Morgenübelkeit vor allem Erstgebärende (vielleicht weil die Erwartung/ Ängste/ Nervosität höher ist.) Allerdings leiden etwa 20 Prozent der Frauen auch bei nachfolgenden Schwangerschaften unter den Symptomen.

Falls Sie sich jetzt fragen, ob es unnatürlich ist, wenn Sie nicht unter Morgenübelkeit leiden, lautet die Antwort ganz eindeutig nein. Manche Frauen leiden zu keinem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft unter den Symptomen und erfreuen sich ausgezeichneter Gesundheit. Dies kommt jedoch nicht sehr häufig vor.

Wodurch wird Morgenübelkeit verursacht?

Experten vermuten, dass Morgenübelkeit durch Veränderungen des Hormonhaushalts verursacht wird, insbesondere durch einen erhöhten HCG- und Östrogenspiegel. Schwankungen dieser Hormone sind ganz normal und betreffen Frauen in unterschiedlichem Maße. Studien haben ergeben, dass unter Morgenübelkeit vor allem weiße Frauen, Frauen aus dem Nahen Osten, Frauen in Industrieländern bzw. Frauen, die in Städten leben, betreffen. Seltener tritt sie in Afrika, bei amerikanischen Ureinwohnern, Inuit oder in den meisten asiatischen Gesellschaften auf. Das könnte darauf hindeuten, dass auch genetische und/ oder kulturelle Faktoren eine Wirkung auf die Hormone haben, die Morgenübelkeit auslösen.

Zu den weiteren Faktoren, die Morgenübelkeit begünstigen, zählen:

  • Alter: Jüngere Frauen leiden häufiger in der Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen als ältere Frauen.
  • Bildung und Einkommen: Frauen mit weniger als 12 Schuljahren und einem geringen Einkommen sind häufiger von Morgenübelkeit betroffen.
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit
  • Erstgebärende: Frauen, die erstmalig schwanger sind, sind häufiger von Morgenübelkeit betroffen, allerdings auch nicht immer.
  • Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften
  • wenn die eigene Mutter unter Morgenübelkeit in der Schwangerschaft litt
  • bei früheren Verdauungsproblemen, Reiseübelkeit, Migräne und Schwindel
  • bei Übelkeit im Zuge der Einnahme östrogenhaltiger Verhütungsmittel (Antibabypille)

Ist Morgenübelkeit gefährlich für Mutter und Kind?

Bei den meisten Frauen nicht.

Manche Frauen erleben jedoch so starke Symptome, die bis zur Entbindung anhalten, die manchmal zu Mangelernährung und einem höheren Risiko für Geburtsdefekten führen. Frauen, die unter schwerer Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft leiden, entwickeln manchmal eine sogenannte Hyperemesis gravidarium (HG), die unbehandelt schwere Schäden am ungeborenen Kind hervorrufen und manchmal mit Geburtsdefekten und Totgeburt einhergehen kann. Diese Frauen leiden dann unter Störungen des Elektrolythaushalts, schneller Gewichtsabnahme, Dehydrierung, einem Mangel an Mikronährstoffen und Muskelschwäche. HG ist sehr selten, vor allem im Vergleich zu normaler Morgenübelkeit. Sie betrifft zwischen 0,3 und 2,0 Prozent aller Schwangeren.

Manche Frauen möchten ihre Morgenübelkeit medikamentös behandeln und suchen entsprechende Hilfe. Die meisten Ärzte empfehlen jedoch, möglichst keine Medikamente in der Schwangerschaft einzunehmen und einfach abzuwarten bzw. auf den eigenen Körper zu hören. Viele Frauen sind beunruhigt, dass das Auslassen von Mahlzeiten, generell weniger Nahrung und Erbrechen der Entwicklung ihres Babys schadet. Diese Sorge ist in den meisten Fällen jedoch unbegründet, sodass Ärzte dazu raten, dass zu essen, worauf Sie Appetit haben und ausreichend Wasser zu trinken. Zwingen Sie sich nicht dazu, bestimmte Dinge zu essen, die Sie im Moment gar nicht mögen. Wie Sie gleich erfahren, können Übelkeit und Erbrechen auch positive Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft haben. Daher ist es völlig in Ordnung, auf Ihren Körper zu hören.

Falls Sie jedoch längere Zeit unter den Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen, vor allem wenn Sie unter schwerem Erbrechen leiden, Ihr Urin dunkel gefärbt ist, Sie auch Flüssigkeiten sofort wieder erbrechen, ohnmächtig werden, unter Herzrasen leiden oder Blut spucken.

Infografik 2

Hat Morgenübelkeit auch positive Auswirkungen?

Zweifelsohne kann eine Morgenübelkeit sehr unangenehm und lästig sein. Eventuell dient sie jedoch einem guten Zweck.

Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Frauen, die unter Morgenübelkeit leiden, seltener eine Fehlgeburt haben. Diese Rate sinkt weiter, wenn die Frauen sich zusätzlich erbrechen müssen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Theorien diskutiert, warum schwangere Frauen unter Morgenübelkeit leiden. Gemäß Aussagen der Abteilung für Neurobiologie und Verhalten der Cornell Universität erfüllt Morgenübelkeit eine adaptive Funktion.

  • Sie unterstützt die Entwicklung des Fötus und der Plazenta, indem sich bestimmte Hormonspiegel verändern.
  • Sie zwingt den Körper der Frau bestimmte Kalorien und Nährstoffe zur Versorgung des Babys/ der Plazenta einzusetzen und nicht als Körperfett zu speichern.
  • Sie reduziert Essensgelüste und den Appetit auf Inhaltsstoffe, Chemikalien und Lebensmittel, die das Baby schädigen oder zu einer zu starken Gewichtszunahme führen können.
  • Sie schützt die werdende Mutter vor Infektionen, Krankheiten und sogar dem Tod in einer Zeit der Schwangerschaft, in der das Immunsystem unterdrückt wird.
  • Sie zwingt die Schwangere eine gesünderes Körpergewicht in einem frühen Stadium ihrer Schwangerschaft zu erzielen, wenn sie davor übergewichtig war.

Wie Morgenübelkeit Mutter und Kind schützen kann

Wissenschaftliche Belege deuten darauf hin, dass eine positive Beziehung zwischen Morgenübelkeit und einem höheren BMI vor der Befruchtung besteht. Mit anderen Worten neigen untergewichtige Frauen zu weniger schweren Symptomen als Frauen mit einem normalen oder hohen BMI vor der Schwangerschaft. Auf diese Weise unterstützt der Körper die Schwangere womöglich ein gesünderes Körpergewicht vor dem zweiten oder dritten Drittel der Schwangerschaft zu erzielen, wenn sie ohnehin an Gewicht zulegt.

Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass Morgenübelkeit zu einer höheren Ausschüttung von Hormonen führt, einschließlich von HCG und Thyroxin, die appetitsenkend wirken. Gleichzeitig werden weniger anabole Hormone ausgeschüttet, einschließlich Insulin und Insulin-Wachstumsfaktor-1 (IGF-1). Auch dies hilft bei der Kontrolle des Appetits, Körpergewichts, Blutzuckerspiegels und Heißhungerattacken. Morgenübelkeit führt bei den meisten Frauen nicht nur zu einem verminderten Appetit und einem verminderten Verlangen nach Nahrung, sondern verändert auch die Art und Weise, wie bestimmte Hormone produziert werden, die das Wachstum der Plazenta und des Fötus kontrollieren.

Während der frühen Schwangerschaft können Übelkeit und Erbrechen helfen, das Plazentawachstum zu stimulieren und die werdende Mutter dazu zu bringen, Lebensmittel, Toxine und Chemikalien zu meiden, die für den Fötus potenziell schädlich sein können. Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen einer höheren Intensität und Häufigkeit der Morgenübelkeit und dem Zeitpunkt während der Schwangerschaft, an dem der Fötus und die Plazenta am anfälligsten für Schäden durch Giftstoffe und bestimmte Chemikalien sind (zwischen der 6. und 18. SSW). Das ist genau der Grund, warum viele Frauen unter Übelkeit und Erbrechen im ersten Drittel der Schwangerschaft leiden und sich dann ab der Hälfte oder zum Ende ihrer Schwangerschaft besser fühlen.

Schlussbemerkungen zur Behandlung von Morgenübelkeit

  • Übelkeit tritt sehr häufig in der Schwangerschaft auf und betrifft bis zu 80 Prozent aller Frauen. In den meisten Fällen ist sie völlig harmlos.
  • Die Symptome der Morgenübelkeit werden durch hormonelle Veränderungen hervorgerufen. Diese Veränderungen sind völlig normal und haben sogar positive Auswirkungen auf die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind.
  • Lebensmittel, die Morgenübelkeit intensivieren, sind fettige Nahrungsmittel, industrielle abgepackte Lebensmittel mit einem hohen Salzgehalt, geruchsintensives Gemüse und zu viel tierisches Protein.
  • Morgenübelkeit lässt sich mit ausreichend Flüssigkeit, frischem Obst, Ingwer, ätherischen Ölen und regelmäßigem Sport lindern.

 

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