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Die Opioid-Krise: Wieso sind Schmerzmittel so gefährlich?

Die Opioid-Krise: Wieso sind Schmerzmittel so gefährlich?

Die Opioid-Krise: Wieso sind Schmerzmittel so gefährlich?

Die Abhängigkeit von Opiaten gilt in den USA als das „am schnellsten wachsendes Drogenproblem“. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass verschreibungspflichtige Opioide die häufigste Todesursache bei Amerikanern unter 50 Jahren sind. Die Zahl der Todesopfer ist dabei höher als zu der Zeit, als die HIV/ AIDS-Epidemie ihren traurigen Höhepunkt erreicht hatte.

Vielen Menschen kommt ein bestimmtes Bild in den Sinn, sobald sie das Wort „drogenabhängig“ hören. Von einer Abhängigkeit von Opioiden sind jedoch alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen betroffen. Opioide sind Substanzen mit einem ungeheuren Suchtpotential. Aus diesem Grund finden sich Abhängige in allen ethnischen Volksgruppen, Altersgruppen und Einkommensschichten wieder. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein älterer Erwachsener Opioide zur Linderung seiner chronischen Arthritisschmerzen einnimmt oder ein Jugendlicher die Medikamente einfach nur ausprobiert. Beide sind gleichermaßen anfällig für die langfristigen Schäden, die durch den Konsum von Opioiden verursacht werden.

Die meisten Menschen stimmen darin überein, dass es sich bei Heroin – das derzeit am häufigsten verwendete illegale Opium – um eine sehr gefährliche Droge handelt. Viele wissen jedoch nicht, dass legale verschreibungspflichtige Opiate zur Schmerzlinderung ebenso gefährlich sind und ein heimtückisches Problem darstellen. Gemäß den Ergebnissen der Nationalen Umfrage zum Drogenkonsum und zur Gesundheit (NSUDH) aus dem Jahr 2015 berichtet etwa jeder Dritte US-Amerikaner (ca. 38 Prozent), dass er innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal eine gewisse Zeit ein verschreibungspflichtiges Opioidpräparat verwendet hat.

Ob Hydrocodon, Oxycodon, Fentanyl, Methadon oder Heroin – der Einsatz von Opioidpräparaten und/ oder illegalen Drogen stellt zunehmend ein ernstes Problem nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt dar.

Inhalt:

Die Fakten zur Opioid-Krise

  • In den USA berichtet etwa einer von drei Erwachsenen (ca. 38 Prozent), dass er innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einmal für eine gewisse Zeit ein verschreibungspflichtiges Opioidpräparat verwendet hat. (Nationale Umfrage zum Drogenkonsum und zur Gesundheit 2015)
  • 63 Prozent der Patienten, denen von ihrem Arzt Opioidpräparate in der Regel zur Behandlung chronischer Schmerzen verschrieben wurden, berichten von einem Missbrauch dieser Medikamente. (New England Journal of Medicine)
  • Opioide sind heute jährlich für mehr Todesfälle in den USA verantwortlich als das HI-Virus auf dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie.
  • Nach Opioiden wird nicht nur eine bestimmte Gruppe süchtig. Abhängige finden sich in allen ethnischen Volksgruppen, Altersgruppen und Einkommensschichten.
  • Die meisten Menschen wissen, dass das Opiat Heroin illegal und gefährlich ist. Viele übersehen leider, dass auch legalen verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln, die Opiate enthalten, ein ungeheures Suchtpotential innewohnt.
  • Viele Menschen werden süchtig, nachdem sie die Medikamente legal von ihrem Arzt oder von einem Freund erhalten haben, der ein legales Rezept besaß.
  • Bereits 0,25 mg Fentanyl (das stärkste Opioid) kann tödlich sein und ist für einen großen Teil der Todesfälle durch Überdosierung von Opioiden verantwortlich.
  • In den letzten Jahren starben allein in den USA über 52.000 Menschen aufgrund einer Überdosierung von Medikamenten, von denen etwa 65 Prozent auf den Konsum von Opioiden zurückzuführen sind.
  • Die Gesundheitsbehörden sind in großer Sorge, da der Einsatz von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln oft als Einstieg zur Verwendung anderer Opioidpräparate mit hohem Suchtpotential dient, insbesondere von Heroin.

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Was ist die Opioid-Krise?

Der Begriff „Opioid-Krise“ bezieht sich auf den wachsenden Kampf in den USA sowie Kanada gegen die Abhängigkeit von opioidhaltigen Schmerzmitteln sowie illegalen Opioiden wie Heroin. Die NSUDH-Studie kam zu dem Ergebnis, dass „die häufigsten Arten von Psychotherapeutika, die (Stand 2013) missbräuchlich verwendet wurden, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Stimulanzien und Beruhigungsmittel sind – in dieser Reihenfolge. Schmerzmittel sind die häufigste Ursache für Drogenmissbrauch in der Gruppe der verschreibungspflichtigen Medikamente.“

Gemäß einem Bericht, der auf der Website des New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, verwenden derzeit:

  • rund 5 % der Erwachsenen, die nicht im Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung stationär behandelt werden, Opioide missbräuchlich;
  • ein weiteres Prozent leidet an einer sehr schweren Opioidabhängigkeit.
  • Schier unvorstellbare 63 Prozent der Patienten, denen von ihrem Arzt Opioidpräparate in der Regel zur Behandlung chronischer Schmerzen verschrieben wurden, berichten von einem Missbrauch dieser Medikamente.

In den letzten Jahren starben allein in den USA über 52.000 Menschen aufgrund einer Überdosierung von Medikamenten, von denen etwa 65 Prozent auf den Konsum von Opioiden zurückzuführen sind.

Opioide

Die Tatsache, dass viele Menschen süchtig werden, nachdem sie die Medikamente legal von ihrem Arzt verschrieben bekommen haben, geben Anlass zu großer Sorge. Verschreibungspflichtige opiathaltige Schmerzmittel sind dafür verantwortlich, dass 1,9 Millionen US-Amerikaner drogenabhängig sind. Damit sind mehr Menschen von diesen Opiaten abhängig als von Kokain und Heroin zusammen. Viele Menschen, die opioidhaltige Medikamente missbräuchlich verwenden, seien sie nun illegal oder legal, berichten, dass sie regelmäßig mehrere Substanzen zu sich nehmen, vor allem Alkohol, Kokain und verschreibungspflichtige opioidhaltige Schmerzmittel.

Die Gesundheitsbehörden sind in großer Sorge, da der Einsatz von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln oft als Einstieg zur Verwendung anderer Opioidpräparate mit hohem Suchtpotential dient, insbesondere von Heroin. Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind „Heroinmissbrauch und -Abhängigkeit in den USA in den letzten Jahren in allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen gestiegen.“

Schätzungsweise beginnen über 700.000 Amerikaner jedes Jahr mit der Einnahme von Heroin. Viele dieser Menschen haben mit Abhängigkeit, Depressionen und Entzugserscheinungen zu kämpfen. Untersuchungen zeigen, dass fast 25 Prozent der Menschen, die Heroin konsumieren, süchtig nach der Droge werden. Für weiße Männer sowie jene hispanischer Herkunft im Alter von 18 bis 25 Jahren, die in Großstädten leben, besteht das größte Risiko für eine Heroinabhängigkeit.

Tatsächlich stieg in den Großstädten von 16 Bundesstaaten die Rate für Überdosen um 54 Prozent an. Im Mittleren Westen stieg die Rate für eine Überdosis opioidhaltiger Substanzen um 70 Prozent. Diese beunruhigenden Zahlen veröffentlichte die CDC in ihrem Bericht „Vital Signs“ im März 2018. Von Juli 2016 bis September 2017 verzeichneten die Notaufnahmen in 52 Regionen in 45 Bundesstaaten einen 30-prozentigen Anstieg an Patienten, die aufgrund von Überdosierungen das Krankenhaus aufsuchten. Insgesamt stieg die Rate für Überdosen in allen Altersgruppen und sowohl bei Männern als auch bei Frauen um mindestens 30 Prozent. In dem Bericht heißt es weiter, dass die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Überdosis vor allem bei denjenigen hoch ist, die bereits eine Überdosis Opioide eingenommen hatten. Wiederholte Überdosierungen können durch eine medikamentengestützte Behandlung während des Besuchs in der Notaufnahme sowie durch koordinierte Maßnahmen zwischen Ersthelfern, Strafverfolgungsbehörden, Gemeindemitgliedern sowie Seelsorger und Drogenberatungsstellen vermieden werden.

Opioide und Opiate: Worin besteht der Unterschied?

Opiate sind Medikamente, die aus Opium, den aktiven narkotisierenden Verbindungen des Schlafmohns, gewonnen werden. Laut der National Alliance of Advocates for Buprenorphine Treatment (NAABT) „wurden mit dem Begriff ‚Opioide‘ früher nur synthetische Opiate bezeichnet (Drogen, die natürliches Opium nachahmen sollten, sich hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung jedoch von echtem Opium unterscheiden). Heute wird der Begriff ‚Opioidfür sämtliche Opiate verwendet, einschließlich natürlicher, synthetischer und halbsynthetischer Drogen.“

In ähnlicher Weise meinen die meisten Menschen ein und dasselbe, wenn sie von „Opiaten“ bzw. „Opioiden“ sprechen. Dennoch wird manchmal noch immer zwischen „Opiaten“ für natürlich aus Opium gewonnen Drogen sowie „Opioiden“ für synthetische und halbsynthetische Drogen unterschieden. Beide wirken jedoch auf sehr ähnliche Weise im Gehirn.

Welche Medikamente gelten als Opioide?

Bei Opioiden handelt es sich entweder um natürliche oder synthetische Chemikalien, die sich an Rezeptoren im Gehirn oder Körper binden und Gedankenprozesse, Stimmungen sowie die motorische Kontrolle verändern. Der Name ergibt sich daher, weil sich die Stoffe an Opioidrezeptoren (Proteinmoleküle auf den Membranen einiger Nervenzellen) binden.  Diese Rezeptoren befinden sich im zentralen Nervensystem sowie im Magen-Darm-Trakt.

Welche legalen opioidhaltigen Schmerzmittel stehen derzeit zur Verfügung?

  • Die wichtigsten und bekanntesten sind verschreibungspflichtige Medikamente wie Oxycodon (z.B. bekannt unter dem Markennamen OxyContin®), Methadon, Hydrocodon (bekannt unter dem Markennamen Vicodin®), Buprenorphin sowie das äußerst starke Medikament Fentanyl.
  • OxyContin, das beliebteste und bekannteste oxicodonhaltige Medikament, kam erstmals 1996 auf den Markt und wird von der Firma Purdue Pharma hergestellt. Bei dem Wirkstoff Oxycodon handelt es sich um ein Opiat aus Morphium, das legal zur Schmerzlinderung verschrieben wird, insbesondere bei chronischen Schmerzen, die über Jahre behandelt werden müssen. So erhalten es beispielsweise oft Patienten, die an chronischem Knochenschwund, neurologischen Degenerationserkrankungen oder Krebs im Endstadium leiden. OxyContin verfügt über ein hohes Suchtpotential und gilt als Analgetikum der Kategorie II (= hohes Missbrauchspotenzial). Es sollte daher mit Bedacht und nur eingeschränkt verschrieben werden.
  • Das stärkste verschreibungspflichtige Schmerzmittel, das derzeit erhältlich ist, ist Fentanyl, ein synthetisches opioidhaltiges Schmerzmittel, das deutlich stärker wirkt als Morphium. Fentanyl ist u.a. unter den Markennamen Actiq®, Duragesic® und Sublimaze® bekannt. Straßendrogen wie Heroin und Kokain können mit Fentanyl versetzt sein, was die Gefahr einer Überdosis bzw. einer Einnahme mit Todesfolge wesentlich erhöht. Außerdem müssen wir in diesem Zusammenhang noch Carfentanil nennen. Dabei handelt es sich um ein starkes synthetisches Opioid, das legal als Beruhigungsmittel für Großtiere verwendet und unter dem Markennamen Wildnil® vermarktet wird. Es ist hundertmal stärker als Fentanyl – die chemische Zusammensetzung beider Stoffe ist sehr ähnlich – und 10.000 Mal stärker als Morphium.
  • Heroin ist die am häufigsten verwendete illegale Straßendroge der Welt, die Opioide enthält. OxyContin und Heroin sind einander sehr ähnlich. Beide beeinflussen chemische Signalwege im Gehirn, insbesondere von Dopamin, was zu den bekannten Hochgefühlen und vorübergehendem Wohlbefinden führt.

Wie entwickelt sich eine Opioid-Abhängigkeit? Welche Risikofaktoren bestehen?

Viele Menschen geraten in eine Opioidabhängigkeit aufgrund eines ausgestellten Rezepts. Dabei beabsichtigen die meisten nicht, das Medikament missbräuchlich einzusetzen. Da sie davon jedoch körperlich abhängig werden, fällt es ihnen schwer, die Einnahme des Präparats aufzuhören. Nach einer gewissen Zeit steigt das Verlangen des Körpers nach dem Mittel an. Die Betroffenen haben nun aber keinen legalen Zugang mehr zu höheren Dosen. Sobald jene Menschen süchtig geworden sind, wenden sich viele von ihnen anderen Straßendrogen zu – Fentanyl oder anderen Opioiden wie Heroin. Wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass die Anzahl der ausgegeben Opiate aufgrund eingereichter Rezepte in den USA in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen hat. Die Ausgabe verschreibungspflichtiger Schmerzmittel hat sich von 1999 bis 2010 mehr als vervierfacht. Waren es im Jahr 1991 noch rund 76 Millionen Rezepte, lag die Zahl 20 Jahre später bei über 300 Millionen. Jeden Tag werden allein in den USA mehr als 1.000 Menschen ins Krankenhaus gebracht, um dort wegen Nebenwirkungen aufgrund des missbräuchlichen Einsatzes verschreibungspflichtiger Opioide behandelt zu werden. Seit 1999 haben sich die Todesfälle durch Überdosierung von verschreibungspflichtigen Opioiden vervierfacht. Dabei sticht eine Personengruppe besonders hervor: Männer im Alter von 25 bis 52 Jahren.

Eine Drogenabhängigkeit, sei es von Opioiden oder anderen Substanzen, wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter die Erziehung, die Genetik und die Umwelt. Laut einem Bericht in der Zeitschrift „Clinical Pharmacology & Therapeutics“ wird eine Drogenabhängigkeit im Durchschnitt in etwa 50 Prozent der Fälle vom Erbgut beeinflusst.

Einige Studien haben ergeben, dass insbesondere bei jungen Patienten mit Rückenschmerzen bzw. multiplen Schmerzen ein hohes Missbrauchsrisiko besteht. Forscher vermuten, dass eine Kombination aus vier verschiedenen Variablen mit der gegenwärtigen Opioid-Krise zusammenhängt:

  • Alter
  • Depression
  • psychotrope Medikamente
  • Schmerzbeeinträchtigung

Studienergebnisse zeigen, dass bei Patienten, bei denen diese Variablen zutreffen, ein höheres Risiko für eine Opioidabhängigkeit besteht als bei nicht vorbelasteten Probanden.

Opioide

Die häufigsten Risikofaktoren einer Opioid-Abhängigkeit sind:

  • Einnahme verschreibungspflichtiger Opioide über einen längeren Zeitraum: Viele Patienten, die Opioide missbräuchlich verwenden, berichten über verstärkte Schmerzen und starke schmerzbedingte Einschränkungen.
  • Drogenmissbrauch in der Familie
  • Missbrauch anderer Drogen oder Alkohol
  • erstmaliger Drogenkonsum im jungen Alter: Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Missbrauch von Drogen oder Alkohol als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener – also bevor das Gehirn voll entwickelt ist – das Risiko für eine Sucht im späteren Verlauf des Lebens erhöht. Drogenkonsum verändert frühzeitig die Entwicklung des Gehirns und kann zur Verwendung anderer Substanzen verleiten.
  • Männer im Alter von 18 und 55 Jahren:  Männer erhalten eher als Frauen verschreibungspflichtige Opioide kostenlos von der Familie oder Freunden und sind auch eher bereit, sie von einem Straßenhändler zu kaufen.
  • psychischen Erkrankungen oder Gemütsstörungen wie Depressionen oder Ängste
  • eine kriminelle Vergangenheit bzw. das Absitzen einer Gefängnisstrafe
  • das Fälschen von Rezepten, Stehlen/ Schnorren von Drogen, häufiger Verlust von Rezepten sowie Widerstand gegen Änderungen der Medikation unabhängig von auftretenden Nebenwirkungen

Anzeichen einer Opioid-Abhängigkeit

Eine Sucht bzw. Abhängigkeit wird definiert als „eine primäre, chronische, neurobiologische Erkrankung mit genetischen, psychosozialen und ökologischen Faktoren, die ihre Entwicklung und Manifestation beeinflussen. Sie ist gekennzeichnet durch eine oder mehrere der folgenden Verhaltensweisen: beeinträchtigte Kontrolle über den Drogenkonsum, zwanghafter Konsum, fortgesetzter Konsum trotz erkennbaren Schadens sowie heftiges Verlangen nach mehr.“ 

Drogenabhängigkeit entsteht nicht über Nacht. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Prozess, der sich in verschiedene Phasen unterteilt:

  1. Erstgebrauch
  2. missbräuchliche Verwendung
  3. erhöhte Toleranz
  4. Abhängigkeit
  5. Sucht

Rückfälle sind ebenfalls typisch für das Krankheitsbild.

Jeder, der Drogen konsumiert und an einer Abhängigkeit leidet, kann seine ganz eigene Geschichte erzählen. Die Nebenwirkungen, die mit dem Drogenkonsum einhergehen, aber auch das eigene Suchtrisiko sowie die mit einem Entzug verbundenen Symptome variieren von einer Person zur anderen. Dennoch werden einige Symptome häufiger im Zusammenhang mit der Opioid-Sucht beobachtet. Dazu gehören:

  • schwere Verstopfung
  • Stimmungsschwankungen und -veränderungen, einschließlich Ängste, Paranoia und Depressionen, manchmal mit schwerem Verlauf
  • Lethargie, Schläfrigkeit und Übermüdung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit, verminderte Nahrungszufuhr und Gewichtsverlust
  • Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit
  • Muskelkrämpfe und Schmerzen
  • Fruchtbarkeitsstörungen und unregelmäßige Menstruation bei Frauen
  • verminderte Libido und Testosteronmangel bei Männern
  • Erschöpfung des Immunsystems und häufige Erkrankungen
  • Darmschäden
  • Leberschäden
  • obsessive Gedanken, die sich um die Beschaffung weiterer Drogen kreisen: Dies führt zu der Unfähigkeit, sich auf andere Dinge oder Arbeiten zu konzentrieren.

Physische Hinweise für einen Heroinkonsum sind: das Vorhandensein von Pfeifen, Aluminiumfolie, Beuteln und Spritzen. Weitere Anzeichen sind fortwährende Lügen und Geheimniskrämerei, fehlende Wertsachen im Haus und Konflikte mit dem Gesetz.

Wie kann eine Opioid-Abhängigkeit überwunden werden?

Sich aus einer Opioidabhängigkeit zu befreien gehört wahrscheinlich zu den schwierigsten Erfahrungen, die Sie je in Ihrem Leben durchmachen. Mit der richtigen Behandlung schaffen es viele Betroffene jedoch, sich erfolgreich aus ihrer Sucht zu befreien. Dabei berichten viele Suchtkranke, dass sie erst einen absoluten Tiefpunkt erreichen mussten, um zu erkennen, dass sie so nicht weitermachen können und grundlegende Veränderungen notwendig sind.

Die CDC rät Behörden in den USA die folgenden Maßnahmen im Kampf gegen die Opioid-Krise bzw. in der Behandlung Betroffener zu unternehmen:

Empfohlene generelle Maßnahmen:

  • Zunächst muss beim größten Risikofaktor angesetzt werden: der hohen Anzahl an ausgestellten Rezepten über opioidhaltigen Schmerzmitteln. Ärzte sollten diese Medikamente sehr sorgfältig, sehr restriktiv und mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen verschreiben.
  • Verbesserung des Zugangs zu Behandlung- und Präventionseinrichtungen: Dazu gehören medikamentengestützte Behandlungsmaßnahmen (MAT), die oft Menschen mit Opioidabhängigkeit empfohlen werden.
  • Professionelle Schulung von Therapeuten und Gesundheitsdienstleistern im Umgang mit Sucht und Entzug
  • Den Zugang zu Naxolon erweitern sowie Ausdehnung der Schulungsmaßnahmen, wie das Medikament verabreicht wird: Das Mittel kann den Tod aufgrund einer Überdosis verhindern. Diese Maßnahmen sind vor allem in Regionen nötig, in denen Drogenabhängigkeit ein weit verbreitetes Problem ist.

Wie kann sich ein Abhängiger selbst helfen?

  • Um „clean“ zu werden, müssen Sie zunächst einmal sämtliche Verbindungen zu Menschen kappen, die Ihre Sucht unterstützen und Sie mit entsprechenden Drogen versorgen.
  • Suchen Sie sich professionelle Hilfe: einen Therapeuten, einen Arzt oder eine Entzugsklinik, um Ihren Drogenkonsum zu beenden und mit den Entzugserscheinungen fertigzuwerden.
  • Nehmen Sie an einem Ausstiegsprogramm teil. Viele Experten sehen darin den Schlüssel zum Erfolg.  Diese Programme beginnen normalerweise mit einer Entgiftung und sehen danach eine therapeutische Behandlung unterstützt von einer Selbsthilfegruppe vor. Einige Programme legen dabei Wert auf „Die 12 Schritte zurück ins Leben“.
  • Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre mentale und emotionale Gesundheit zu verbessern, indem Sie sich Ziele setzen, einen Plan für Ihre Zukunft aufstellen und sich für einen Beruf ausbilden lassen, der Sie interessiert.
  • Finden Sie alternative Wege zur Bewältigung von Stress und körperlichen Schmerzen.
  • Sollten Sie unter starken körperlichen Schmerzen leiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente noch zur Verfügung stehen, und versuchen Sie Ihre Schmerzen natürlich zu lindern.
  • Symptome wie Unbehagen und Depressionen lassen sich folgendermaßen lindern: Umstellung der Ernährungsgewohnheit, Sport, mehr Schlaf, Bewältigung emotionalen Stresses, alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Massagen, osteopathisch manipulative Therapie sowie die Verwendung von Ergänzungspräparaten oder ätherischen Ölen.

Wie können Familie und Freunde einem Abhängigen helfen?

Mittlerweile haben einige Bundesstaaten in den USA Gesetze verabschiedet, die einen unfreiwilligen Entzug möglich machen. Das bedeutet, dass Familienangehörige mit der Unterstützung eines Arztes vor Gericht einen Antrag einreichen können, einen Suchtkranken gegen seinen Willen behandeln zu dürfen. Das ist allerdings nicht immer der beste Weg. Besorgte Freunde/ Angehörige sollten sich daher stets professionelle Hilfe suchen.

Manchmal helfen bestimmte Maßnahmen den Suchtkranken zur Einsicht zu bringen, wie sehr die Drogen das Leben aller beeinträchtigt. Dabei versuchen professionelle Mentoren zusammen mit der Familie und dem Drogenabhängigen zu arbeiten. Die Gruppe konfrontiert den Suchtkranken mit der Situation und bietet Hilfe, Unterstützung sowie konkrete Behandlungsmaßnahmen an.

Vorsichtsmaßnahmen bei einem Opioid-Entzug

Viele Suchtkranke leiden unter Entzugserscheinungen, die sehr unangenehm sein können und manchmal über Wochen andauern. Entzugserscheinungen können sein:

  • Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
  • Schlaflosigkeit
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Muskelschmerzen
  • Ängste und Unruhe

Bewältigen Sie diese Symptome zusammen mit einem Arzt, der sich auf die Behandlung von Entzugserscheinungen spezialisiert hat, oder nehmen Sie an einer offiziellen Entgiftungsmaßnahme teil, die Ihnen Unterstützung und Sicherheit bietet.

Zusammenfassung zum Schluss

  • Der Begriff „Opioid-Krise“ bezieht sich auf den wachsenden Kampf gegen die Abhängigkeit von opioidhaltigen Schmerzmitteln sowie illegalen Opioiden wie Heroin.
  • Anzeichen für eine Abhängigkeit können sein: Gemütsstörungen wie Ängste und Depressionen; hinterhältiges, paranoides oder aggressives Verhalten, Schlaflosigkeit und Ruhelosigkeit, Veränderungen des Appetits, des Gewichts und der Verdauung, Beschwerden über Schmerzen und Unbehagen.
  • Maßnahmen im Kampf gegen die Opioid-Krise beinhalten: Abbrechen des Kontakts zu Personen, die einen mit den Substanzen versorgen, Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, Aufsuchen eines Therapeuten, Teilnahme an einer Entgiftung, Unterstützung von Familie und Freunden, natürliche Behandlung von Schmerzen sowie Verbesserung der mentalen/ emotionalen Gesundheit.

 

Quellen (in englischer Sprache): 

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Philips, J. K., Ford, M. A. & Bonnie, R. J. (2017, July). Pain Management and the Opioid Epidemic: Balancing Societal and Individual Benefits and Risks of Prescription Opioid Use. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine, Verfügbar unter: [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK458661/]

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